{"id":2022,"date":"2024-07-16T11:42:30","date_gmt":"2024-07-16T09:42:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.eprivacy.eu\/?p=2022"},"modified":"2024-07-16T11:42:30","modified_gmt":"2024-07-16T09:42:30","slug":"neues-vom-eugh-zum-schadensersatzanspruch-nach-art-82-dsgvo-oder-wie-kann-der-nachweis-von-befuerchtungen-als-schaden-gelingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.eprivacy.eu\/?p=2022&lang=de","title":{"rendered":"Neues vom EuGH zum Schadensersatzanspruch nach Art. 82 DSGVO oder wie kann der Nachweis von Bef\u00fcrchtungen als Schaden gelingen?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><a href=\"https:\/\/t5baa4d95.emailsys1a.net\/c\/107\/7640763\/4221\/0\/11200267\/336\/502573\/8c27f97c11.html\">In der Rechtssache C\u2011590\/22<\/a>&nbsp;vom 20. Juni 2024 best\u00e4tigt der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) im Wesentlichen unter Bezug auf die in der Rechtssache C-300\/21 vom 4.&nbsp;Mai 2023, \u00d6sterreichische Post, seine inzwischen als gestestige Rechtsprechung zu betrachtende Auffassung, dass ein Schadensanspruch dann gegeben ist, wenn ein Versto\u00df gegen die DSGVO gegeben ist, ein Schaden vorliegt und diesbez\u00fcglich ein Kausalzusammenhang besteht. Ein Schaden liegt nicht erst dann vor, wenn diese einen gewissen Schwergrad erreicht hat. Unter Bezug auf die Rs. C-741 vom 11. April 2024 betont er, dass der Betroffene den Schaden auch nachweisen m\u00fcsse.<br>&nbsp;<br>Dabei kann \u2013 so der EuGH &#8211; die durch einen Versto\u00df gegen die DSGVO ausgel\u00f6ste Bef\u00fcrchtung einer betroffenen Person, ihre personenbezogenen Daten k\u00f6nnten von Dritten missbr\u00e4uchlich verwendet werden, f\u00fcr sich genommen einen \u201eimmateriellen Schaden\u201c im Sinne von Art.&nbsp;82 Abs.&nbsp;1 darstellen (vgl. in diesem Sinne Urteile vom 14.&nbsp;Dezember 2023, Natsionalna agentsia za prihodite, C\u2011340\/21, EU:C:2023:986, Rn.&nbsp;79 bis 86, sowie vom 25.&nbsp;Januar 2024, MediaMarktSaturn, C\u2011687\/21, EU:C:2024:72, Rn.&nbsp;65). Die durch einen \u2013 auch nur kurzeitigen Kontrollverlust \u2013 begr\u00fcndete Bef\u00fcrchtung k\u00f6nne hierf\u00fcr ausreichen. Allerdings m\u00fcsse die betroffene Person diesen konkreten Schaden nachweisen. Die blo\u00dfe Behauptung einer Bef\u00fcrchtung ohne nachgewiesene negative Folgen kann daher nicht zu einem Schadensersatz nach dieser Vorschrift f\u00fchren.<br>&nbsp;<br>Daraus folgt, dass die in Art.&nbsp;83 DSGVO genannten Kriterien f\u00fcr die Bestimmung der Betr\u00e4ge der Geldbu\u00dfen, die auch im 148.&nbsp;Erw\u00e4gungsgrund dieser Verordnung erw\u00e4hnt werden, nicht zur Bemessung des Schadenersatzbetrags nach Art.&nbsp;82 DSGVO herangezogen werden k\u00f6nnen (Urteil vom 11.&nbsp;April 2024, juris, C\u2011741\/21, EU:C:2024:288, Rn.&nbsp;57).<br>&nbsp;<br>Schlie\u00dflich stellt der EuGH fest, dass Art.&nbsp;82 Abs.&nbsp;1 DSGVO dahin auszulegen ist, dass bei der Bemessung des Betrags&nbsp; des auf diese Bestimmung gest\u00fctzten Anspruchs auf Schadenersatz zum einen die in Art.&nbsp;83 dieser Verordnung vorgesehenen Kriterien f\u00fcr die Festsetzung des Betrags von Geldbu\u00dfen nicht entsprechend anzuwenden sind und zum anderen diesem Anspruch auf Schadenersatz keine Abschreckungsfunktion beizumessen ist.<br>&nbsp;<br>Es bleibt abzuwarten, wann die Gerichte davon ausgehen, dass eine Bef\u00fcrchtung als Schaden ausreichend nachgewiesen wurde. Bei standardisierten Schreiben sind die nationalen Gerichte bislang zur\u00fcckhaltend.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Rechtssache C\u2011590\/22&nbsp;vom 20. 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