{"id":2726,"date":"2026-04-21T14:18:08","date_gmt":"2026-04-21T12:18:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.eprivacy.eu\/?p=2726"},"modified":"2026-04-21T14:18:08","modified_gmt":"2026-04-21T12:18:08","slug":"ki-recruiting-anforderungen-nach-ki-vo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.eprivacy.eu\/?p=2726&lang=de","title":{"rendered":"KI-Recruiting: Anforderungen nach KI-VO"},"content":{"rendered":"\n<p>Die KI-VO klassifiziert KI-Systeme nach ihrem Risikopotenzial. KI-Recruiting f\u00e4llt in der Regel unter die Kategorie \u201eHochrisiko-KI-Systeme\u201c, wenn es f\u00fcr die Einstellung oder Auswahl von Bewerber\/innen, eingesetzt wird. Dazu z\u00e4hlen insbesondere die Schaltung gezielter Stellenanzeigen, Sichtung oder Filterung von Bewerbungen, oder Bewertung von Bewerber\/innen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausnahmen: Wann f\u00e4llt KI im HR nicht unter Hochrisiko?<\/strong><br>Die KI-VO sieht Ausnahmen vor, wenn keine erheblichen Risiken auf die Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte bestehen und eine der folgenden Bedingungen auf das KI-System zutrifft:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Eine eng gefasste Verfahrensaufgabe wird durchgef\u00fchrt,<\/li><li>Das Ergebnis einer zuvor abgeschlossenen menschlichen T\u00e4tigkeit wird verbessert,<\/li><li>Entscheidungsmuster werden erkannt und es werden keine menschliche Bewertung ohne menschliche \u00dcberpr\u00fcfung beeinflusst oder ersetzt oder<\/li><li>veine vorbereitende Aufgabe f\u00fcr eine Bewertung durchgef\u00fchrt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Ungeachtet dieser Ausnahmen gilt ein KI-System stets als risikoreich, wenn ein Profiling von nat\u00fcrlichen Personen stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einsatz von KI bei der Erstellung von Stellenanzeigen d\u00fcrfte somit nicht unter die Hochrisiko Kategorie fallen, die Vorauswahl von Bewerbenden anhand pers\u00f6nlicher Aspekte allerdings in der Regel schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist au\u00dferdem zu pr\u00fcfen, ob das geplantes KI-Recruiting-System unter die verbotenen Praktiken der KI-Verordnung f\u00e4llt. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise KI-gest\u00fctzte soziale Bewertungen oder Systeme, die Emotionen von Bewerbenden analysieren. Solche Anwendungen sind nach der KI-VO unzul\u00e4ssig und d\u00fcrfen nicht eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Betreiberpflichten f\u00fcr Hochrisiko-KI-Systeme nach der KI-VO<\/strong><br>Als Betreiber eines Hochrisiko-KI-Systeme m\u00fcssen folgende Pflichten erf\u00fcllt werden:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>A. Kontrollpflichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Nutzung gem\u00e4\u00df Betriebsanleitung:<\/strong>&nbsp;Die KI muss entsprechend der Betriebsanleitung, die durch den Anbieter bereitgestellt wird, eingesetzt werden.<\/li><li><strong>Menschliche Aufsicht:<\/strong>&nbsp;Eine qualifizierte Person muss die KI \u00fcberwachen und kontrollieren und bei Fehlfunktionen eingreifen k\u00f6nnen.<\/li><li>Datenmanagement: Die Eingabedaten m\u00fcssen zweckkonform, vollst\u00e4ndig und repr\u00e4sentativ sein.<\/li><li><strong>Betriebs\u00fcberwachung:&nbsp;<\/strong>Der laufende Betrieb ist kontinuierlich zu \u00fcberwachen, um Risiken fr\u00fchzeitig zu erkennen.<\/li><li><strong>Aussetzung des Betriebs bei Risiko:&nbsp;<\/strong>Bei Verdacht auf ein erhebliches Risiko muss der Betrieb eingestellt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>B. Informationspflichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Gegen\u00fcber dem Anbieter:&nbsp;<\/strong>Meldung von sicherheitsrelevanten Beobachtungen.<\/li><li><strong>Gegen\u00fcber Mitarbeitenden:&nbsp;<\/strong>Transparente Information \u00fcber den KI-Einsatz im Recruiting-Prozess.<\/li><li><strong>Gegen\u00fcber Bewerbenden:<\/strong>&nbsp;Information \u00fcber den Einsatz von KI im Auswahlprozess.<\/li><li>Bei Vorf\u00e4llen: Meldung an Anbieter, H\u00e4ndler und Beh\u00f6rden bei schwerwiegenden Risiken oder St\u00f6rungen.<\/li><li><strong>Beh\u00f6rdenkooperation:<\/strong>&nbsp;Betreiber m\u00fcssen mit Aufsichtsbeh\u00f6rden aktiv zusammenzuarbeiten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>C. Dokumentationspflichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Aufbewahrung von KI-Protokollen<\/strong>&nbsp;(mindestens 6 Monate).<\/li><li><strong>ggf. Grundrechte-Folgenabsch\u00e4tzung (GRFA):&nbsp;<\/strong>Bestimmte Betreibergruppen m\u00fcssen eine GRFA durchf\u00fchren und die Ergebnisse an die Markt\u00fcberwachungsbeh\u00f6rden \u00fcbermitteln.<\/li><li><strong>ggf. Registrierung in der EU-Datenbank:&nbsp;<\/strong>Nur relevant f\u00fcr EU-Organe, EU-Einrichtungen oder sonstige EU-Stellen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Neben der KI-VO muss beim Einsatz von KI im Recruiting au\u00dferdem die DSGVO eingehalten werden, insbesondere bei den Rechtsgrundlagen, Informationspflichten, automatisierter Entscheidungsfindung und der Durchf\u00fchrung einer Datenschutzfolgenabsch\u00e4tzung. Bevor KI im Recruiting eingesetzt wird, sollte daher sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden, ob das geplante System den Vorgaben der KI-Verordnung entspricht. Nur so lassen sich rechtliche Risiken vermeiden und ein datenschutzkonformer Einsatz sicherstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die KI-VO klassifiziert KI-Systeme nach ihrem Risikopotenzial. 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